epubli präsentiert Self-Publishing Erfolgsgeschichten: Kavitha Rasch verrät Marketingtricks für Kinderbücher

4. März 2013
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Self-Publishing Erfolgsgeschichten

Charaktere mit Online-Leben als dauerhafte Sympathie(werbe)träger
Nach dem Lesen geraten die meisten Bücher kurz nach der Wanderung ins Buchregal oft in Vergessenheit. Umso größer ist die Herausforderung als Autor dafür Sorge zu tragen, dass die Leser ausgerechnet am eigenen Buch nicht so schnell das Interesse verlieren. In Zeiten des World Wide Webs gibt es mittlerweile zahlreiche Möglichkeiten die Leser auch nach dem Lesen noch „an sich zu binden“. Social-Media-Portale sind nützlich und notwendig, um mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und zu bleiben. Die Verlinkung aus diesen Portalen heraus auf eine eigene interaktive Website, die positives Interesse weckt, sich von Standard-Designs abhebt und stets aktualisiert wird, dient der Selbstvermarktung und erhöht den Wiedererkennungswert enorm. Auf meiner Website können sich Fans und Interessierte stets über meine aktuellen Projekte, Lesungen und Neuigkeiten informieren. Hier finden die Helden aus meinen Kinderbüchern auch ausreichend Platz, um interaktive Quizspiele oder weitere spannende Informationen und Links zum Buchinhalt mit den Lesern zu teilen (Quizfragen, Ausmalbilder, Online-Game zur Müllsortierung, Verlinkung auf Wissensseiten für Kinder vom Bundesnaturschutzamt usw.).
Vorlage zu dieser Idee waren innovative Onlineportale von Schulen, um Kindern das Lesen „schmackhafter“ zu machen. Nach dem Lesen können die Kinder online Fragen zu den Büchern beantworten und ihre Noten verbessern. Dies habe ich im Kleinformat auf meine Website übertragen und passend zu meinen Kinderbüchern das „Haus der Umwelthelden“ online eröffnet, auf welches bereits in den Büchern hingewiesen wird. So können die Kinder auch nach dem Lesen noch den Kontakt zu den Umwelthelden vertiefen.
Die britische Autorin Lindsey Kelk hat 2009 das Buch „I heart New York“ veröffentlicht und damit die Romanfigur „Angela Clark“ zum Leben erweckt. Dies gelang ihr so gut, dass noch vier weitere Bücher dazu erschienen. In diesen unterhaltsamen Frauenromanen füttert Angela einen Online-Blog und berichtet aus ihrem Liebes- und Arbeitsleben als Britin in New York, Hollywood, Paris, Las Vegas und London (weitere sind geplant). Besonders beeindruckend ist, dass dieser Blog auch außerhalb der Romane auf der Website von Lindsey Kelk weiterlebt. Zusätzlich hat die Autorin noch einen Online-Guide hinterlegt, in dem alle Lieblingshotels, Restaurants und Bars von Angela Clark zu finden sind, die sich im Buch und im realen Leben in den Städten befinden. Diesen Guide findet man auch auf der letzten Seite ihrer jeweiligen Bücher.
Gleiches Vorgehen kann man auch im Vorfeld nutzen:
In meinem Fall habe ich vor Veröffentlichung des Buches Postkarten als „Post vom Nordpol“ verteilt auf denen der Eisbär vom Cover zum Buchkauf aufrief und auf meine – noch unbekannte – Website hinwies. Vorzugsweise mit Unterstützung des Arbeitskreises Mehrweg GbR in Getränkemärkten. Auf der Website zeigte ich die „Post vom Nordpol“ so lange , bis das Buch im Handel erhältlich war und ich die kompletten Infos zum Buch hinterlegen konnte inkl. ISBN und Bestellinfos. So hatten vor Veröffentlichung Interessierte schon die Chance den Weg bis zur Veröffentlichung mitzuverfolgen, was bei einigen sehr gut ankam.
Ein Beispiel aus anderer Branche:
Ein bekannter Autohersteller gab vor Erscheinen eines neuen Models den Kurzkrimi  MISSION MINI mit offenem Ende bei der schottischen Autorin Val McDermid in Auftrag: Fiktion. Sie erzählt die Geschichte eines mysteriösen Kunstraubes, bei dem sechs wertvolle Collagen des New Yorker Künstlers Peter Halley aus einer Galerie in Barcelona gestohlen werden. Der Protagonist, der geheimnisvolle Ermittler Sam Cooper, wird von der Galeristin beauftragt, die Spur der Diebe aufzunehmen. Realität.
An dieser Stelle wurden Spürnasen aus der ganzen Welt dazu aufgerufen in die Handlung einzugreifen. Sie konnten sich über die Autofirma als Agenten für die tatsächlichen Ermittlungen in Barcelona bewerben und dort im Wettstreit mit konkurrierenden Teams den Fall im Auftrag von Sam Cooper lösen. Diese Aktion schlug große Wellen und ist für mich ein umgekehrtes Beispiel dafür, wie sinnvoll es ist, Fiktion mit Realität zu vermischen und den Leser interaktiv mit einzubinden. Wie groß das Ausmaß der eigenen Idee für solch eine Interaktion ist, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass der Leser auch nach dem Lesen den Kontakt zum Autor suchen möchte.
Als bekennender Facebook-Fan von Lindsey Kelk kann ich sagen, dass ich auch in Zukunft weiter auf ihrer Website vorbeischauen werde, da ihr Blog im Namen von Angela Clark bei mir Erinnerungen an gemütliche und witzige Lesestunden ins Gedächtnis ruft und es eine schöne Überbrückung ist, bis das nächste Buch im Handel erscheint. Ich kenne wenige Autoren, die ihren Charakteren ein Online-Leben schenken und somit dauerhaft als Sympathie(werbe)träger nutzen.

Kavitha Rasch

Informationen zur Autorin:
Kavitha Rasch wurde 1979 in Indien geboren und ist in der Nähe von Düsseldorf. Einfallsreiche Texte und Geschichten faszinierten sie schon lang – völlig gleich, ob gedruckt oder verfilmt. Innerhalb eines literarischen Fernstudiums hat sie sich das nötige Wissen über Journalismus, Belletristik, Lyrik, Dramaturgie sowie Grundkenntnisse im Drehbuchschreiben angeeignet. Kavitha ist übrigens ihr indischer Name und bedeutet Poesie.

Lasst Euch diesen Vortrag auf der Leipziger Buchmesse nicht entgehen!

Wann? 15.03.2013 15:30 – 16:00
Wo? Halle 5, Forum autoren@leipzig

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