5 Tipps für einen schönen Buchsatz

18. Juni 2012
By Marie

Beim Buchsetzen geht es darum, aus einem Text eine Druckvorlage für ein ansprechendes, gut lesbares Buch zu machen. Was ansprechend heißt, ist zwar dem Geschmack des Einzelnen überlassen, doch gibt es einige Grundregeln, die wir für Dich zusammengestellt haben.

So machst Du Dein Buch fit für den mit 20.000€ dotierten Schreibwettbewerb derneuebuchpreis.de von epubli, Stiftung Lesen, ZEIT ONLINE und der Tagesspiegel.

 

 

 

Vorab raten wir Dir: „Halte die Augen auf“. Achte auf Werbeposter oder Zeitungsanzeigen, sprich mit befreundeten Grafikdesignern oder dem Buchhändler deines Vertrauens, klick Dich online durch diverse Designtitel und entwickel ein Gefühl dafür, was Dir gefällt und wie Dein Buch gesetzt aussehen sollte.

1. Verwende Formatvorlagen

Noch im Schreibprozess kannst Du in Deinem Textverarbeitungsprogramm Formatvorlagen erstellen. Bei einem Buch bietet es sich an, Vorlagen für Kapitel- und Zwischenüberschriften, normale Absätze und Zitate oder anderweitig hervorgehobenen Text zu verwenden. Dadurch kann die Formatierung dieser Stellen mit wenigen Klicks verändert werden, ohne dass Du das gesamte Dokument durchsuchen musst. Eine genaue Anleitung, wie man Formatvorlagen in Word erstellt, findest Du hier.
Außerdem haben wir für alle Formate von epubli Vorlagen erstellt, die Du hier herunterladen kannst.

2. Setze linksbündige und Blocksatz-Formatierung richtig ein

Die Standardformatierung von Büchern und Zeitungen ist meist der Blocksatz. Dieser lässt mehr Zeichen pro Zeile und damit mehr Informationen pro Seite zu. Der Blocksatz erfordert jedoch einen hohen Formatierungsaufwand, weil er unter Umständen zu großen Wortabständen führen kann, die den Text schwer lesbar machen. Weniger aufwändig ist die Verwendung einer linksbündigen Textformatierung. Linksbündige Texte wirken weniger förmlich und können “schwer verdauliche” Texte freundlicher erscheinen lassen. Diese Formatierung wird hauptsächlich in Briefen verwendet. Viele Leser sind durch Zeitungen und Bücher an den Blocksatz gewöhnt und empfinden daher linksbündigen Text als neu und ungewohnt.
Welche Variante Du für Dein Buch vorziehst, ist Geschmackssache. Du solltest jedoch die Zielgruppe, die Kernaussage und das Gesamtkonzept des Buches in Deine Entscheidung mit einbeziehen.

3. Verwende zentrierten Text sparsam

Zentrierter Text sollte nur in seltenen Fällen eingesetzt werden. Die unterschiedlichen Zeilenanfänge halten den Lesefluss auf, wodurch längere Texte schwer lesbar werden. Als Element zur Hervorhebung ausgewählter Stellen eignet sich zentrierter Text dagegen hervorragend. So können Zitate oder kurze Gedichte durch zentrierten Text vom restlichen Textblock abgehoben werden.

4. Achte auf eine ausgewogene Zeilenlänge, die zu Deiner Schriftart passt

Die Zeilenlänge beeinflusst Lesegeschwindigkeit und Textverständnis in hohem Maße. Wenn man die falsche Zeilenlänge mit der falschen Schriftart kombiniert, wird dieses Problem noch verstärkt. Für die Berechnung der optimalen Zeilenlänge für Deinen Text, gibt es zwei Richtlinien, an die Du Dich halten kannst.

  • „Alphabet-und-ein-halbes-Alphabet“ Regel

Das Alphabet hat 26 Buchstaben. Demnach umfasst die ideale Zeilenlänge nach dieser Regel 26+13=39 Zeichen. Das gilt unabhängig von der Schriftgröße.

  • „Schriftgröße-mal-Zwei“ Regel

Nach dieser Regel ist eine ideale Zeile Schriftgröße x Zwei Pica lang. Eine Pica entspricht 0,35mm. Schreibt man also in Größe 12, so umfasst die perfekte Zeile 24 Pica (=8,4cm).
Beide Regeln bestimmen einen idealen Rahmen. Wir empfehlen Dir, Dich mit Deiner Zeilenlänge in diesem Bereich aufzuhalten.

5. Vermeide „Hurenkinder“ und „Schusterjungen“

Hurenkinder und Schusterjungen sind Satzfehler, die einen Text unprofessionell wirken lassen. Steht eine einzelne Zeile abgetrennt von dem Absatz, zu dem sie gehört, ist es für den Leser schwieriger die Verbindung zum Rest herzustellen. Je nachdem, ob die verirrte Zeile allein oben auf einer neuen Seite oder unten auf der vorherigen Seite steht, bezeichnet man diesen Fehler als „Hurenkind“ oder „Schusterjungen“. Diesen Fehler kann jede gängige Textverarbeitung durch das Feature Absatzkontrolle verhindern.

Den Text druckfertig machen, ist mit Sicherheit nicht das spannendste am Bücher schreiben. Aber jede Formatierung trägt einen Teil der Aussage des Buches in sich und schöne, gut lesbare Bücher werden eher gekauft und gelesen.
Weitere Informationen zur Buchformatierung findest Du hier und auf unserer Homepage speziell für eBooks.
Hast Du weitere Tipps zur Buchformatierung? Wie gehst Du vor, wenn Du Dein Buch setzt?  Lässt Du Dir von Profis helfen oder machst Du alles allein? Teile Deine Erfahrungen mit uns.

Literaturtipps

Hans P. Willberg – Lesetypografie 

 

 

Heinz W. Pahlke – Buchsatz für Autoren

 

 

Jeannette Zeuner – Praxishandbuch Selfpublishing: Wie Sie Ihr Buch oder E-Book selbst veröffentlichen

Weitere Artikel der Reihe “Von Anfang bis Ende Dein Buch”

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4 Antworten auf “ 5 Tipps für einen schönen Buchsatz ”

  1. Birgit on 18. Juni 2012 at 21:32

    Schöne Tipps, vielen Dank.
    Mir erschließt sich jedoch unter Punkt 4 nicht die beiden Regeln: 39 Zeichen für 1 einzige Zeile sollen “ideal” sein? Das ist im o.g. Abschnitt gerade mal etwa die Hälfte der hier dargestellten Zeile?? Da hat doch fast jedes Buch mit Fließtext mehr Zeichen pro Zeile?

    P.S. Könntet ihr eine Abofunktion für Kommentare einführen bitte, damit man sich nicht immer merken muss, auf welchen Websiten man – manuell – nach neuen Kommentaren Ausschau halten muss (Kommentarfeed)? Danke.

    • Sabine on 19. Juni 2012 at 08:38

      Hallo Birgit, die ideale Zeilenlänge bezieht sich auf die optimale Lesegeschwindigkeit. In den wenigsten Büchern lässt sich das so umsetzen. Wenn man jedoch einen wissenschaftlichen Artikel schreibt und die Zeilen in Blöcke aufteilt, kann man diese Regel beachten.

      Bzgl. der Kommentarfeedfunktion muss ich erstmal nachsehen, wie das geht. ;)

      • Birgit on 19. Juni 2012 at 09:41

        ah jetzt verstehe ich, danke, so hab ich das noch gar nicht betrachtet.

        Was die Kommentarfeedfunktion angeht, ihr betreibt den Blog hier ja auch mit WordPress, geht das mit dem Plugin hier: http://wordpress.org/extend/plugins/subscribe-to-comments-reloaded/. Andere würde ich nicht nehmen, denn dieses hier ist in D gesetzeskonform mit dem Double-Opt-in (E-Mail-Bestätigung bei Abo!).

        • Sabine on 19. Juni 2012 at 10:17

          Danke für den Tipp. Es wurde soeben installiert.

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