5 Tipps für den Textfeinschliff
Die deutsche Sprache ist eine schwere Sprache, aber nicht unbezwingbar. Mit ein paar Kniffen und Tricks lässt sich ein roher Text in ein Glanzstück verwandeln. Dabei gibt es nur einige grundlegende Regeln zu beachten.
1. Verben & Adjektive – ohne geht’s nicht?
Sätze leben von Wörtern. Geschichten leben von Aktionen und Beschreibungen, aber vor allem bei der Wahl der Adjektive und Verben gilt es, mit Bedacht zu arbeiten. Lückenfüller und Doppelungen sind nicht gern gesehene Begleiter einer guten Geschichte.
Verben drücken Bewegungen und Handlungen aus, die einem Text Dynamik verleihen. Ein lautes Verb, wie zum Beispiel „schlagen“ hat einen ganz anderen Effekt als ein leises Verb, wie „rascheln“. Überlege Dir also, ob das Verb wirklich zur gerade stattfindenden Handlung oder zu der beschriebenen Situation passt.
Für Adjektive gilt die Grundregel: Gewusst wann und wie. Die Eigenschaftswörter dienen der Unterscheidung und näheren Beschreibung. In Maßen verwendet, schmücken sie den Text. Man sollte aber darauf achten, dass man die Sätze nicht wahllos überfrachtet und tatsächlich ergänzende und relevante Informationen transportiert.
2. In der Kürze liegt die Würze
Je weniger Silben ein Wort hat, desto verständlicher ist es. Das ist wissenschaftlich erwiesen. Daher gilt es, Umschreibungen wie „starke, gefährliche Rauchentwicklung“ für „Qualm“ zu vermeiden. Mit Klarheit und Verständlichkeit punktet der Autor beim Leser.
3. Wortbilder zeichnen
Wörter sollen uns eine Vorstellung von einer Situation oder Handlung vermitteln. Je konkreter die Beschreibung ist, desto leichter fällt es unserem Vorstellungsvermögen, ein Bild zu schaffen. Nennt die Dinge beim Namen, verwendet Sinneseindrücke und Farben, um Euren Text zum Leuchten zu bringen. Ein „Wolkenbruch“ ist greifbarer als „widrige Witterungsumstände“. Eine „triefende Nase“ kennt jeder, aber was versteht der Einzelne unter einem „grippalen Effekt“?
4. Kontra der Modeerscheinungen
Benutzt man Sprichworte, wie „ins Fettnäpfchen treten“, so ist das Sprache in ihrer bequemsten Form. Allgemein bekannte Floskeln garantieren sofortiges Verständnis beim Leser. Doch will man das als Autor immer?
Eine Alternative wäre es, gar keine Redensarten zu verwenden. Aber warum nicht einfach „den Spieß umdrehen“ und etwas Neues erfinden? Zum Beispiel: „Der Tunnel am Ende des Lichts“ oder „Routine ist gut. Fantasie ist besser.“
5. Nicht auf die Länge, sondern auf die Technik kommt es an
Lebendige Texte ohne Wortwiederholungen gewinnen die Aufmerksamkeit von Lesern. Klar strukturierte, überschaubare Sätze helfen dem Verständnis. Eine Faustregel besagt, dass Sätze höchstens 15 bis 20 Wörter umfassen sollen. Es bieten sich schlichte Hauptsätze mit einem begrenzten Maß an Nebensätzen an. Ein Nebensatz sollte eine ergänzende und beschreibende Rolle haben, also keine Haupthandlung oder ein wichtiges Detail der Rede ausdrücken. Am allerwichtigsten ist aber, dass Du Deine Sprache findest und mit Blick auf Deine Zielgruppe schreibst.
Was sind Deine Lieblingskonstruktionen? Und achtest Du beim Schreiben auf Deine Wortwahl und Grammatik oder erst in der Korrekturphase?
Literaturtipps
Bekannte Spiegel-Kolumne “Zwiebelfisch” von Bastian Sick
Wolf Schneider – Gewönne doch der Konjunktiv! Sprachwitz in 66 Lektionen
ZEIT Edition “Duden” mit dem ZEIT-Extra “Wie Sie besser schreiben”
(Auslieferung ab 2.August 2012)
Weitere Artikel der Reihe “Von Anfang bis Ende Dein Buch”
- 5 Tipps für effektives Selbstmanagement beim Schreiben
- Gastbeitrag von Thorsten Nesch zum Thema Selbstmanagement
- 10 Tipps zum Korrekturlesen
- 5 Tipps für einen schönen Buchsatz
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