(Falt)Herzen für Japan
Als im Land der aufgehenden Sonne die Erde bebte und weite Teile der Küste von einer riesigen Flutwelle überrollt wurden, war die Welt entsetzt. Das Ausmaß der Zerstörung, die bedrohlichen Entwicklungen in dem Kernreaktor Fukushima und das Leid der japanischen Bevölkerung sorgte überall für tiefe Betroffenheit. Auch die 27-jährige Romana Grimm war geschockt und wollte vor allem eins: helfen. Geld war nicht so viel da, dafür aber eine Menge an Kreativität. Zusammen mit 11 anderen Autoren veröffentlichte sie die Anthologie Faltherzen. Die Erlöse aus dem Buchverkauf werden an das Deutsche Rote Kreuz gespendet. Im Interview spricht Romana Grimm über die Entstehung und Umsetzung des Projekts.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen mit einer Anthologie den Menschen in Japan zu helfen?
Der Gedanke kam mir ganz spontan, als das Beben und die darauffolgende Flutwelle einen Teil Japans verwüstet hat. Damals war noch gar nicht bekannt, wie es um das Atomkraftwerk in Fukushima stand, es ging nur darum, den Menschen zu helfen, die es schlimm getroffen hat. Wenn man selber spendet, kratzt man einen gewissen Betrag zusammen. Aber das schien mir nicht genug. Ich dachte, wenn wir mit einem ansprechenden Produkt viele Leser erreichen, dann tut jeder ein wenig und tut doch viel. In der Gemeinschaft ist man sprichwörtlich stark, und darauf baue ich.
Was bedeutet der Titel?
“Faltherzen” ist eigentlich der Titel des Beitrags von Maria Engels, aber da das Falten an Origami und das Herz an Hilfsbereitschaft denken lässt, haben wir uns recht schnell gemeinsam entschieden, ihn auch als Titel für die gesamte Anthologie zu verwenden.
Was findet der Leser in “Faltherzen”?
“Faltherzen” bietet Kurzgeschichten aus verschiedenen Genres sowie einige Gedichte. Den Autoren stand es absichtlich frei, Geschichten ohne Japanbezug einzureichen, um die Vielfalt zu wahren und nicht den Eindruck zu erwecken, dass wir “auf die Tränendrüse drücken” um Käufer zu finden. Zudem soll Faltherzen noch aktuell sein, wenn die Katastrophen in Japan es schon nicht mehr sind.
Alle Geschichten haben aber eins gemeinsam: Sie sollen unterhalten, Hoffnung schenken und zum Lächeln und Nachdenken bringen.
Wer hat an dem Projekt teilgenommen?
Teilgenommen haben insgesamt 11 Autoren: Elke Nagel, E. M. Jungmann, Alfred Berger, Angela Pundschus, Maria Engels, Alexandra Sayin, Sabine Hochheim von Ameln, Uwe Kossmann, Michael Köhnen, Wolfgang Aistermann und ich. Einige davon sind noch recht neu dabei, andere schreiben schon seit etlichen Jahren. Die meisten davon habe ich auf der Leipziger Buchmesse getroffen und spontan gefragt, ob sie mir helfen möchten. Das taten sie glücklicherweise, und mit großem Elan. Der Rest kam dann ein wenig später dazu und hat uns nach Kräften unterstützt.
Wie machen Sie Werbung für das Projekt?
Wir sind auf Facebook vertreten, haben am Virenschleuderpreis teilgenommen und haben auch die Chance, ein Radiointerview in Österreich zu machen (dazu wissen wir aber leider noch nichts Genaueres). Außerdem schreiben wir diverse Zeitungen und Blogs an und organisieren auch Lesungen. Ein fester Lesetermin ist der 03.08.11 in der Buchhandlung Lesekarussell (Esslingen) um 19 Uhr. Desweiteren wurde die Lesung in der Begegnungsstätte des DRK in Dresden am 6. September bestätigt. Mehr Infos zu aktuellen Leseterminen findet man auf Facebook unter “Faltherzen”. Wir freuen uns über jeden Besucher!
Was erhalten Sie für ein Feedback?
Das Feedback ist durch die Bank weg sehr positiv. Die Menschen, denen wir von unserer Idee erzählt haben, finden unseren Versuch, nachhaltig Spenden zu sammeln, interessant und unterstützen uns, so gut sie können. Dennoch könnte es immer besser sein, deshalb würden wir uns sehr über Reviews, Blogeinträge usw freuen.
Welche Projekte sollen in Japan unterstützt werden?
Alle, die das DRK für richtig und wichtig hält. Alle Spenden gehen direkt dorthin und werden so verplant, wie sie gerade benötigt werden. Das Faltherzen-Team hält sich in dieser Hinsicht zurück, damit die Abläufe transparent bleiben.
Sind weitere Bücher geplant?
Zum jetzigen Zeitpunkt nicht. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt?
Das Buch “Faltherzen – Zeichen der Hoffnung” (132 Seiten, Erscheinungsdatum 17.04.2011) ist bei epubli erschienen (ISBN: 978-3-8442-0343-1) und kann für nur 11,95 € erworben werden.
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Hallo Hauke, schau mal unter der Überschrift.
Viele Grüße