Gastbeitrag das Netzwerk BücherFrauen (von Frauke Ehlers)

6. Mai 2010
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Liebe Lesenden,

heute haben wir einen Gastbeitrag von Frauke Ehlers für Euch im Angebot. Frauke Ehlers stellt die Arbeit und Grundsätze des Netzwerkes BücherFrauen vor – eine großartige Initiative zur besseren Vernetzung von Frauen in der Buchwelt. Wir bedankens uns bei Frau Ehlers für den Artikel und wünschen allen Leserinnen (ja, auch den Lesern) viel Spaß damit 🙂

Das Netzwerk BücherFrauen e.V. – “Die Branche ist weiblich!“

Das Netzwerk der BücherFrauen feiert 2010 20-jähriges Jubiläum. Der Verein bündelt in 18 Regionalgruppen die Interessen von rund 850 Frauen, die rund ums Buch und in angrenzenden Medienbereichen tätig sind. Autorinnen stellen dabei ungefähr 10 Prozent der Mitgliedsfrauen.

Die BücherFrauen sind Mitglied in den Dachverbänden Deutscher Frauenrat und Deutsche Literaturkonferenz.

Das Modell zur Gründung 1990 waren die „Women in Publishing“ in England. Es gibt die WiPs international in USA, Australien, Irland, Indien, Hongkong und den Philippinen.

Bei den BücherFrauen geht es um den Austausch von Wissen: Wissen, was eine andere Frau kann und leistet, Wissen, um es bei Bedarf abzufragen oder auch an Dritte zu vermitteln. Es geht um gegenseitige Förderung und um den Austausch mit- und untereinander in sich immer rasanter verändernden Arbeitsumgebungen. Die BücherFrauen tun also schon lange das, was heute in den bekannten digitalen sozialen Netzwerken technisch unterstützt getan wird.

Unterstützt wird die Vernetzung bei den BücherFrauen vom Blauen Buch, dem Who‘s who, das jährlich in aktualisierter Auflage erscheint und dessen Register die Mitgliedsfrauen nach Regionalgruppen, Berufen, Verlagen und Buchhandlungen aufschlüsselt. Ähnlich wie im virtuellen Raum weiß frau damit um die Existenz einer anderen in dem oder jenem Bereich. Da die Mehrheit der BücherFrauen Netzwerken nicht in der „Anhäufung einer größtmöglichen Zahl an Kontakten in einem virtuellen Raum“[1] versteht, werden die Kontakte meist erst nach dem persönlichen Kennenlernen und in dann wachsenden Vertrauensstrukturen tragfähig.Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen bieten die BücherFrauen viele. Zum Beispiel bei den meist monatlich stattfindenden Programmtreffen der 18 Regionalgruppen. Seit drei Jahren gibt es ein überregionales Jahresthema, zu dem jede Regionalgruppe mindestens einmal einen Themenabend pro Jahr organisiert. Im Jahr 2009 war das Thema „Erfolgsfrauen“, 2010 ist es das Thema „MehrWert – Frauen in der Buchbranche.“ Mit dieser überregionalen „thematischen Klammer“ wird das Netzwerk auch nach außen wiedererkennbar. Zum Thema „Erfolgsfrauen“ ist dazu ein BücherFrauen Magazin entstanden mit den Titel: „Wir haben es geschafft“, das in der Geschäftsstelle bestellt werden kann.

Kennenlernen kann frau sich auch bei einem Seminar der BücherFrauen Akademie, die zweimal jährlich stattfindet. Im Winter in Kooperation mit dem Mediacampus Frankfurt  und im Sommer auf Sylt. Gerade im Sommer geht es um Themen, die Autorinnen und Übersetzerinnen angehen. Im Sommer-Workshop 2010 geht es zum Beispiel um den bewussten Einsatz syntaktischer und sprachlicher Mittel. Das Seminar bietet die Gelegenheit, in der besonderen Atmosphäre der Akademie am Meer, den Blick zu schärfen, um Lösungswege für eigene aktuellen Probleme zu finden. Zudem gibt es eine E-Akademie, in der Wissen des Online-Marketings praxisnah vermittelt wird. Ein weiteres Flaggschiff der BücherFrauen ist das BücherFrauen Mentoring-Programm, dessen 10-jähriges Jubiläum 2009 in Stuttgart mit dem 1.Überregionalen Mentoring-Kongress gefeiert wurde.

Seit 1996 ehrt das Netzwerk jährlich auf der Frankfurter Buchmesse eine BücherFrau des Jahres, die sich besonders verdient gemacht hat in ihrem Fach, in der Branche oder für Frauen.

Grundlage dieser Arbeit der BücherFrauen sind 7 Leitsätze, die 2006 auf der Jahrestagung in Stuttgart gemeinsam erarbeitet wurden. Anhand dieser Leitsätze kann jede Interessierte überprüfen, ob dieser Berufsverband mögliche eigene Interessen vertritt. Das ist vor allem in Hinblick auf die feministischen Grundlagen des Branchennetzwerks wichtig, auf denen der Einsatz der BücherFrauen für ihr Netzwerk auch heute noch fußt – und die in der Öffentlichkeit, zu unrecht, oft als längst überholt gelten.

Dass feministische Forderungen, wie die nach gleicher Entlohnung bei gleicher oder besserer Leistung, immer noch aktuell sind, wollen die BücherFrauen mit einer wissenschaftlichen Studie zur Arbeitssituation in der Buchbranche belegen. Diese Studie wird von Prof. Dr. Romy Fröhlich vom Institut für Kommunikationswissenschaften und Medienforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München durchgeführt. Mit dieser Studie beschenken sich die BücherFrauen zum 20. Geburtstag selbst, denn schließlich gibt es damit zum ersten Mal eindeutige, berufs- und geschlechterübergreifendes Zahlenmaterial, mit dem sich die eine oder andere Behauptung unterfüttern lässt. Erste Ergebnisse hierzu wurden bei einer Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse zusammengefasst und diskutiert. Komplett wird die Studie auf der Frankfurter Buchmesse 2010 veröffentlicht.

Mehr Informationen gib es auf:

www.buecherfrauen.de

Zum Nachhören:

Zum Folgen:

sowie mit ganz un-digitaler Betreuung von der

BücherFrauen-Geschäftsstelle

c/o Seehausen + Sandberg

Merseburger Str. 5 | 10823 Berlin

T. 030-78 71 55 98 | F. 030-78 71 17 53


[1] Petra Gropp in ihrer Laudatio für Ulrike Helmer, BücherFrau des Jahres 2009 im Blauen Buch 2010, S. 22. ISBN 978 3 9809046-6-7

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2 Antworten auf “ Gastbeitrag das Netzwerk BücherFrauen (von Frauke Ehlers) ”

  1. Katinka on 6. Mai 2010 at 13:17

    Danke für den interessanten Beitrag!

    Hey, ihr Frauen da draußen, zeigt was ihr drauf habt…
    Jeder sollte immer mit Herzblut dabei sein und alle Energie aus sich herauskitzeln. Der Sommer-Workshop 2010 würde mich aufgrund der Thematik persönlich sehr reizen. Er zieht bestimmt viele Teilnehmerinnen an.

    Dennoch möchte ich anmerken:
    Trotz aller Ungleichheiten zwischen Mann und Frau (bezogen auf die Arbeitswelt), die in all den großen Untersuchungen innerhalb der Gender Studies schon publik gemacht wurden…
    Müssen wir Frauen denn jetzt plötzlich ausschließlich unter uns bleiben? Wir sind doch geistig sowieso auf der gleichen Ebene mit unseren männlichen Geschlechtsgenossen und sollten uns daher nicht abkapseln.

    Viele Grüße
    Katinka

  2. Frauke Ehlers on 7. Mai 2010 at 08:55

    Hallo Katinka,

    danke für Dein Feedback. Nicht plötzlich und nicht nur unter uns bleiben, aber immer mal wieder. Es gibt bei den BF öffentliche Veranstaltungen (für alle) und Frauenveranstaltungen. Guck einfach mal bei einer Regionalgruppe vorbei, die bei Dir in der Nähe liegt.

    Grüße zurück
    Frauke

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